Auf nach Perth











6 Wochen eines gewisser maßen Alltagsgefühls liegen nun hinter uns. 6 Wochen am gleichen Ort, mit einem Videothekausweis, einem festen Wohnsitz und zwei Bekannten, Lisa und John, die mit uns auf der Farm arbeiten, am gleichen Ort leben und somit fast 24 Stunden täglich mit uns verbringen. Sie kommt übrigens aus Schweden und er aus England.
Und jetzt sind wir wieder auf Tour, da muss man sich erstmal wieder ein bisschen an die Situation gewöhnen, wieder alleine richtig unterwegs zu sein. Mit unserem Job und allem drum und dran sind wir uns ja schon fast ein bisschen wie Australier 
vorgekommen. Aber nun rückt die Stadt näher, die wir seit ungefähr 10.000 Kilometern als Fernziel angeben, wenn uns jemand fragt wo es hingeht: Perth. Auf dem 900 Kilometer langen Weg dorthin sind noch zwei weitere Stopps geplant. Kalbarri ein kleiner, netter Ort an der Küste, mit dem dahinter liegenden, gleichnamigen Nationalpark mit einer kleinen 10km Wanderrunde, die wir uns nicht entgehen lassen. Das schöne daran: im Moment ist Frühling und somit Wildblumenblüte. Überall auf unserer Tour begegnen uns die unterschiedlichsten Blumen, oft sich kilometerweit erstreckend, in den unterschiedlichsten Farben.    Dominierend ist jedoch gelb und violett. In Kalbarri selbst und an der ganzen Küste hier unten reiht sich ein Traumstrand an den nächsten. Türkisblaues Wasser und strahlend weißer Strand. Leider sind die Temperaturen momentan hier unten noch nicht ganz so, wie es die Anblicke vermuten lassen. Der Tag liegt so bei ungefähr 20 Grad, die Nacht bei 5 Grad und tagsüber weht eine frische Brise, das Wasser ist entsprechend erfrischend. Sina´s Schnorchelgang in den Gewässern, bezahlte sie mit anfänglicher Kurzatmigkeit. Das Wasser war mal sch*** kalt und dem entsprechend kurz wurde der Ausflug.








Weiter geht es zum Nambung Nationalpark und den bekannten Pinnacles. Die Spitzen ragen wie aus dem Nichts aus dem Sand und hier führt ein 3,5 Kilometer Rundfahrkurs mitten durch diese geologischen Formationen. (Kleine Randnotiz: Der Australier als solcher macht nichts zu Fuß. Unsere ehemalige Sklaventreiberin stellte den Rekord auf und fuhr in jeder Mittagspause die 20m (ja, ihr lest richtig) mit ihrem Auto von der Hütte zum Haus und anschließend wieder zurück) An dem Pinnacletag haben wir uns dieser Sitte angeschlossen und so konnte Sir Freddy wieder einmal seine Offroad-Qualitäten zur Schau tragen. Die Entstehung der Pinnacles ist etwas  komplizierter und hat mit Verwitterung unterer Gesteinsschichten zu tun, die dann später durch Wind freigelegt wurden. Sie haben ihren Ursprung nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, in Termitenhügeln.

Je näher wir Perth kommen desto mehr merkt man, dass die Infrastruktur deutlich zunimmt und die Anzahl von Autos ebenfalls deutlich zulegt. Das Landschaftsbild hatte sich auf den letzten Kilometern ebenfalls schon europäischen Verhältnissen angeglichen. Und teilweise hatten wir den Eindruck wir fahren durch das
Oberbergische Land und gleich taucht ein „Remscheid noch xx Kilometer“-Schild auf (dieser Schock blieb uns erspart!). Aber wir hatten unsere ersten kleinen Staus und roten Ampelphasen (diese leuchtenden Dinger haben wir nun schon seit gut 2.500 km nicht mehr gesehen). Und in besagten Ampelphasen stehen uns Remscheidern die Pertheraner mal in nichts nach, von grüner Welle ist hier keine Spur (Neuenkamper lässt grüßen;-)).

Ein wenig befremdlich war das Gefühl jetzt nach gut 10.000 Kilometern und 4 Monaten in die erste Großstadt zu



fahren. Auf dem Weg dorthin hatten wir meist nur die kleinen Outbackkäffer und nun erschlägt uns fast das Angebot an Supermärkten, Tankstellen und und und…. Man muss sich das nur mal kurz vor Augen führen: Western Australia ist zigmal größer als unser gutes Deutschland mit gerade mal 2 Mio. Einwohnern und davon wohnen 1,5 Mio. in Perth. Wir waren wirklich nicht mehr an Menschen gewöhnt… 3 Tage genießen wir den Flair von Perth. Es ist keine atemberaubende Metropole, aber dennoch eine nette Stadt, vor allem wenn man lange keine mehr gesehen hat. Und auch gibt es zahllose Möglichkeiten sein Geld los zu werden. Sei es für einen Cappucino oder ein Stückchen Kuchen im Straßencafe. Wir können der Versuchung nicht widerstehen. Auch das Angebot an Sushi (natürlich vegetarisch) verlockt uns und wir haben schneller eine in Algenblätter gepackte Reisrolle im Mund als wir gucken können. Wir schlendern durch die City, durch die Malls und den Stadtteil Fremantle mit seinen Markthallen, die alles Mögliche anbieten.

In der Zwischenzeit machen wir uns Gedanken, was wir sagen, wenn uns nun

jemand fragt wo es hin geht.  Wahrscheinlich werden wir sagen: noch so´n bisschen durch den Südwesten, dann nach Osten über den Eyre Highway und dann nach rund 2.000 Kilometern die erste Straße links hoch, Richtung Alice Springs bis zur nächsten Ampel. (Marc und Sina)