Fischfütterung am Ningaloo Reef


Nach unseren Erlebnissen in den Schluchten des Karijini Nationalparks, heißt es: auf in Richtung Exmouth zum Ningaloo Reef, dem Geheimtipp für Taucher und Schnorchler an der Westküste Australiens. Der kleine hervorstehende Landzipfel um Exmouth ist ebenfalls Platz des Cape Range Nationalparks, der mit den unterschiedlichsten Stränden und Schnorchelgebieten aufwartet. Aufgrund der angefangenen Schulferien ist momentan alles ziemlich überbucht und wir erhalten gerade so noch eine Stelle auf dem Campingplatz. Überbucht heißt allerdings für westaustralische Superlativverhältnisse ungefähr soviel wie Mallorca am Strand im Winter. Also gar nicht so dramatisch, wie es sich anhört. Kaum das Zelt aufgebaut, begannen Sinas Augen schon zu leuchten „Los lass uns eine Schnorchelausrüstung kaufen“. Gesagt, getan ziehen wir los und kaufen Flossen, Brille und Schnorchel um die ersten Eindrücke der Unterwasserwelt Australiens zu erhalten. Es geht in den Cape Range zur Turquoise Bay, wo wir uns erstmal so richtig einschnorcheln wollen. Der Höhepunkt des Ningaloo Abenteuers soll eine Tauch- und Schnorcheltour zum Riff an den Muiron Islands werden. Für Sina ein Auffrischungstauchgang für mich der erste Tauchgang überhaupt. Die ersten Eindrücke der Unterwasserwelt haben wir ja nun gewonnen, aber wir wollen tiefer! Am nächsten morgen steht das Boot zur Abfahrt bereit, begleitet von sanftem Wellengang. Beim Anblick der



leichten Wellen nimmt Sinas Gesicht plötzlich schon die Farbe des Wassers an und schimmert leicht grünlich. Nun muss man sagen, dass die Tauchenthusiastin Sina nicht gerade zur Gattung „seefest“ gehört. Der Motor wird angeschmissen und so wie wir Fahrt aufnehmen, steigert sich auch langsam der Wellengang. Festgeklammert an der Reeling versucht sie sich auf den Horizont zu konzentrieren. Soll wohl grundsätzlich wirken. Tut es auch eine gute Stunde, doch gerade am ersten Tauchspot angekommen, entleert sie den kompletten Mageninhalt zur Freude der Fische am Ningaloo Reef und wahrscheinlich zum Ärger der Taucher, die schon im Wasser sind. Trotz alledem geht es tapfer ans Schnorcheln, aber die seichten Wogen, die uns auf

und ab bewegen, lassen mich vermuten, dass es noch nicht vorbei ist. Ein Blick zu ihr bestätigt es. Der Schnorchel ist nicht da wo er hingehört, weil sie ihren Mund gerade für etwas anderes benötigt. Statt einatmen, kommt da wieder was raus. Klingt komisch, ist aber so.

Beim zweiten Tauchspot ist es dann soweit. Der erste Tauchgang für mich, genannt Try Dive. Unter sehr naher Oberservierung macht man seinen Tauchgang, Tarierung und so weiter nimmt alles der Tauchlehrer für einen vor. Eigentlich ganz bequem, Nachteil ist nur, man bewegt sich Unterwasser nicht alleine sondern ebenfalls in enger Begleitung zum Tauchlehrer. So heißt es Regulator in den Mund, nicht vergessen zu atmen und unter


Wasser auf ca. 10 Meter Tiefe. Druckausgleich zu meiner Verwunderung gar kein Problem und Unterwasserwelt genießen. Einige Fische grüßen uns, wahrscheinlich als Dank für die Fütterung und wir sehen eine Menge unterschiedlicher Korallen und schweben über den Meeresgrund. Wieder auf dem Boot zurück erhalten die Fische eine weitere kleine Fütterung zum Abschied bevor die Fütterung der Taucher mit einem Lunchbuffet bevorsteht.

Und was soll ich sagen, Sina füllt währenddessen ihre geschröpften Vorräte wieder ordentlich auf, damit  
auch die Fische am dritten Spot was zu essen bekommen. Gerechtigkeit geht vor. Dass die Fische dann dort nicht lange auf ihre Mahlzeit warten müssen, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Und auch hier dankt zum Abschied noch ein riesiger Mantarochen. Leider waren wir schon wieder auf dem Boot und haben ihn nicht beim Schnorcheln erblickt. Fazit nach dem Tag: Tauchen macht Lust auf mehr. Aber da müssen wir jetzt erstmal bis zum Great Barrier Reef auf der Ostseite des Kontinents warten. Auch die Fische dort müssen sich noch etwas gedulden, bevor sie ein opulentes, vorgekautes Mahl erhalten. (Marc)