Weggeweht in Broome



Endlich die lang ersehnte Westküste. Palmen, endlose Strände und Sonne satt. Es könnte so schön sein, wenn da nicht… ja wenn da nicht die leichte Meeresbrise wäre. Besagte Brise lässt unsere Behausung regelmäßig in die Knie gehen, fegt alles fort, was nicht festgebunden ist und paniert uns am Strand zu Wiener Schnitzeln. Der feine Sand setzt sich überall fest – ohne Ausnahmen. In windstillen Momenten ist es weit über 30 Grad, sonst freuen wir uns allerdings über unsere Windstopper und Longsleves. Da wir beide etwas Kälte mäßig am rummemmen sind, bleiben auch die ersten Surfversuche vorab nur in unserer Phantasie, da surft Marc allerdings laut eigenen Aussagen zu folge wie ein junger Gott und ich hoffe, dass ich im Ernstfall eine Kamera zur Hand habe ;-)

Auch bei unserem „Staircase to the Moon“ –Besuch hat uns fast davon geweht und es war Hochkonjunktur an Winterjacken, Mützen und Handschuhen. Kaum zu glauben, wenn man sich die Stadt mit ihrem blauen Himmel so anschaut. Der „Staircase“ kommt als so bezeichnetes Naturphänomen nur zu einer bestimmten Jahreszeit bei Vollmond und gleichzeitiger, starker Ebbe vor. Das Licht des aufgehenden Mondes spiegelt sich dann in den Schlammflächen des Ebbestrandes und vermittelt den Eindruck, dass Treppen zum Mond hinauf führen. Und wenn dann der Wind nicht orkanartig fegen würde, hätten wir eventuell auch das Bild zur richtigen Zeit geknipst. Da wir allerdings bei den ersten Versuchen ständig das Stativ einfangen mussten, können wir leider nur mit diesem Foto dienen ;-)




Etappensieger – Der Eighty Mile Beach


Vom Wind in den Süden getrieben, suchten wir am ersten Abend auf der Fahrt nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Zuvor hatte sich auf der Karte schon der 10 km von der Hauptstrasse gelegene Caravanpark am Eighty Mile Beach angepriesen. Eigentlich sollte uns dieser Ort nur ein paar Stunden Schlaf schenken, doch er entpuppte sich zum vorläufigen Überraschungssieger der Küste. Ein weißer riesenbreiter Strand mit einem der grandiosesten Sonnenuntergänge, die uns bis zur jetzigen Zeit begegnet sind. Wer diese Oase sieht, glaubt nicht das hier im Umkreis von mehreren Hundert Kilometern so gar nichts anderes ist. Gleich in der Nacht machten wir den zweiten Ausflug zum Wasser und der ganze Himmel war von Horizont zu Horizont eingedeckt mit den Sternen des Südens. Der Vorteil auf unserer Reise: Wir haben Zeit! Somit stand für uns beide die Entscheidung fest: Wir bleiben noch eine weitere Nacht. Leider ist schwimmen gehen an diesem entlegenem Teil nicht so angesagt, da nicht nach Box Jelly Fishes patroliert wird, dafür ergaben wir uns dem Muschelsuchwahn, denn die vielen gesammelten Sanddollars sollen künstlerisch zu Ketten weiterverarbeitet unsere erste Millionen einbringen ;-) Wir informieren, wenn dieses Vorhaben Früchte trägt… Dem Goldrausch verfallen war unsere Entscheidung ein zweites Mal klar: Wir bleiben noch eine weitere Nacht…