Welcome to Sinas India
Bevor wir nach Indien gereist sind, sagte uns jeder: „Es gibt genau zwei Möglichkeiten, entweder man liebt oder man hasst Indien.“ In den ersten Tagen hätte ich das sofort bestätigt: Ich hasste Indien. Es war schmutzig, nervig, stinkend und anstrengend. Ehrlich gesagt, so blieb es auch. Aber genauso wie sich der Uringestank in den Straßen mit dem lieblichen Duft von Nagchampa Räucherstäbchen abwechselte, so wechselte auch meine Beziehung zum Land. Das Essen ist schon mal super: Ich liebe Paper Dosai! Das Taj Mahal hat es sofort in die Top drei meiner liebsten Bauwerke geschafft, der Ranthambhore Nationalpark löste mit der Tigersichtung eine der größten, persönlichen Euphorien der Reise aus, Jaisalmer ist ein Wüstentraum aus 1001 Nacht, Goa, Hampi und Pushkar waren idyllische Ruheoasen. Doch Indien wäre nicht Indien, wenn nicht an der nächsten Ecke wieder ein Dämpfer warten würde, in unserem Falle Jaipur, Bangalore, Chennai und einige Zugstrecken dazwischen. Und so zogen sich die Hochs und Tiefs durch unsere sechs Wochen im Land. Und genauso auch meine Einschätzungen von „Ich liebe Indien“ zu „Ich hasse Indien“ und wieder zurück. Wer also auf ein Land steht, in dem man wirklich niemals Privatsphäre hat und in dem die Luftverschmutzung so hoch ist, dass es permanent auf das Immunsystem schlägt, der ist in Indien richtig aufgehoben. Und wo ich jetzt noch mal darüber nachdenke, hätte ich doch noch einmal Lust für eine weitere Runde.