Welcome to Sinas China
A uch wenn ich mich schon die ganze Zeit auf den wohl klingenden Satz: „Welcome to Sinas China“ gefreut habe, habe ich mich nicht eine Sekunde zuvor auf die Formulierung des restlichen Fazits gefreut. China hat mich Irre gemacht und seine Menschenmassen teilweise zur Verzweiflung getrieben. Es gab bisher kein Volk das soviel und so aufdringlich gegafft hat wie die Chinesen. Selbst in Peking wird man als Langnase noch immer mit großen Augen angestarrt, außerdem wird einem permanent vor die Füße gerotzt (auch mitten beim Essen in Restaurants). Die Toilettenkultur und das totale Ignorieren von Klospülungen sind so weit entfernt vom Erträglichen, ich hab in den Wochen im Reich der Mitte mehr menschliche Ausscheidungen in fünffachen Lagen übereinander gesehen als mein Verstand verarbeiten konnte. Und in der Hauptstadt scheinen sämtliche sozialen Gefühle untereinander gewaltsam abtrainiert worden zu sein. Es wird sich kein Stück bewegt, um es seinem Gegenüber einfacher zu machen.

Auf der anderen Seite haben wir von einzelnen Menschen eine Herzlichkeit erfahren, die absolut herausragend war. Ein junges Mädchen kam nach unserem Ankommen in Yangshuo an, schenkte Haarschmuck mit den Worten: „Someday you will remember China“ und verschwand bevor ich mich bedanken konnte. Unsere beiden Couchsurfinggastgeber in Hongkong und Peking haben uns den Aufenthalt in ihren Wänden zum Paradies gemacht. Und wieder rum andere spielten Fremdenführer, weil sie Angst hatten, wir könnten uns verlaufen. Die Küche in China ist wohl eine der Besten der Welt und an Variation schwer zu überbieten. Und auch die landschaftliche Vielfalt und Schönheit kann sich ohne Egoprobleme Vergleichen stellen.

Es wird wohl kein weiteres Land geben, das in Zukunft noch soviel Ekel und soviel Andacht gleichzeitig in mir auslösen wird.