Welcome to Sinas Vietnam


„Wunderschönes Land mit größtenteils unhöflichen, selten freundlichen Menschen, die dich als wandelnde Dollarzeichen sehen“. Diese Beschreibung Vietnams kam uns so oft zu hören, dass ich bei dem Gedanken vor der Grenze schon am Liebsten wieder umgekehrt wäre. Nichts kann mehr die Reiselaune trüben als im ständigen Spießrutenlauf rüder Verkäufer zu eilen. Doch was erwartet mich beim Entgegennehmen meines Ausweises nach dem Einreisestempel??? Ein Vietnamese groß wie ein Baum, breit wie ein Schrank schaut in meinen Pass, lächelt aufrichtig: Willkommen in Vietnam Sina! - Dankeschön!

Alle Vorurteile waren wie ausradiert. Die Eroberung Vietnams konnte beginnen. Doch so sehr ich mit den Menschen von erster Sekunde an warm wurde, so wenig tat es mir das eigentliche Land an. Wir übersprangen das Mekongdelta u. a. aus Zeitgründen und über den restlichen Süden habe ich mich schon genug ausgelassen. Die Mitte hatte Höhepunkte, doch es reichte nicht. Und auch wenn die Halongbucht fantastisch und die Gassen Hanois einladen waren, im südostasiatischen Vergleich lag Vietnam immer noch hinten. Bis zu jenem Morgen als unser gammelige Bus nach einer schlaflosen Nacht im völlig durchnässten, grauen Sa Pa stoppte, der letzten echten Destination der Strecke. Ich verliebte mich auf Anhieb und bei einem Land mit einem solchen Ort, kann man einfach keine schlechte Wertung abgeben.