Welcome to Sinas Cambodia

Es ist fast etwas überzogen eine Meinung über ein Land zu äußern, in dem wir gerade mal zwei Wochen unterwegs waren. Trotzdem versuche ich’s. Kambodscha ist bei weitem das Land mit der extremsten Geschichte in der nahen Vergangenheit, dass wir bislang bereist haben. Vor gut dreißig Jahren hat die Regierungszeit der Roten Khmer 1-3 Millionen Kambodschaner mit Folter, Zwangsarbeit und Aushungern in den Tod und das Land in ein wirtschaftliches Nichts getrieben. Aus diesem Nichts versuchen die meisten Kambodschaner immer noch wieder auf die Beine zu kommen. Und das ohne ihren Humor oder Kreativität einzubüßen. Sie versuchen dir grenzenlos alles zu verkaufen, haben aber nicht verlernt zwischendurch auch über sich selber zu lachen, wenn sie beim Feilschen den fünffachen Preis nennen. Sie haben zeitweise den schwärzesten Humor mit ihrer Vergangenheit umzugehen, mit Souvenirshops an ihrer Hinrichtungsstätte oder auch dem anschließenden Besuch am Schießstand, den dir jeder Tuk Tuk Fahrer gerne im Paketpreis mitverkaufen möchte. Doch selbst das gelingt ihnen meistens mit Charme.

Viele der Kinder, die uns Postkarten oder ähnliches andrehen wollten, haben bereits mitbekommen, dass Bildung Eindruck schindet. Sie können von allen Heimatländern der Touristen, Hauptstädte, Staatsoberhäupter, Einwohnerzahlen und Nachbarländer nennen.

Neben Angkor Wat und den netten Menschen ist Kambodscha vor allem gut darin dich wieder zu erden. Kambodscha ist immer noch das größte Landminenfeld der Welt. Und wenn du siehst wie dich jemand anlächelt, der gerade mit seiner neuen Beinprothese das Laufen lernt, bekommt man wieder eine Relation in der Verhältnismäßigkeit des Glücks.