“Chillaxing“ auf den 4000 Inseln

Wir haben nicht nachgezählt, ob es wirklich 4000 Inseln sind, die man vom kleinen Ort Ban Nakasang aus ansteuern kann. Bewohnt sind die Meisten aber sowieso nicht, da sie während der Regenzeit unter der Mekongoberfläche verschwinden. Aber in der Trockenzeit kommt schon eine beträchtliche Anzahl zusammen. Die Hauptinseln bei den Si Phan Don zum „chillaxen“ sind die etwas größeren Inseln Don Khong, Don Det und Don Khon. Wir entscheiden uns für die ruhigste der Inseln: Don Khon. Die ist allerdings noch durch eine Brücke, ein Überbleibsel aus der französischen Kolonialzeit, mit Don Det verbunden. Übrigens mittlerweile eine zusätzliche Einnahmequelle für die Inselbewohner, denn die haben sich gedacht, warum nicht einfach Wegezoll kassieren, wenn man rüber will. Franzosen eingeschlossen.



Vom Norden Don Dets bis zum Süden Don Khons haben die Franzosen seinerzeit eine kleine Eisenbahn eingerichtet. Hintergrund war es, den Transport auf dem Mekong nicht zu unterbrechen. Der Mekong stürzt nämlich hier einige Kaskaden tief hinab in die kambodschanische Ebene und macht den Fluss absolut unschiffbar. Aus der Kolonialzeit ist außer ein paar fast zerfallenen Häusern und eben der gelobten Brücke heute nicht mehr allzu viel übrig. Es fährt also keine nostalgische Dampflokomotive auf der Strecke.

Darüber hinaus sind die Inseln hier in Laos bekannt für ihren Kokosnussanbau und so säumen die Ufer des Mekongs unzählige Palmen.



Dort wo am Ufer nicht gerade Palmen stehen, stehen kleine, rustikale Holzbungalows mit einer Terrasse und meist mit einer Hängematte. Hier ist es so idyllisch, verschlafen, ruhig und mit allen weiteren Adjektiven zu beschreiben, die in die gleiche Richtung wie zuvor genannte gehen, dass es sich schon fast nicht mehr beschreiben lässt.

Ein Sprichwort sagt, die Insulaner würden es nicht mal mitbekommen, wenn ihre Inseln auf dem Mekong nach Kambodscha treiben. Und ja, das stimmt wohl. Wir hätten es auch nicht mitbekommen, außer das der Grenzübergang dann günstiger gewesen wäre.

Wenn man es selbst schafft, sich aus der Hängematte zu rollen, was wirklich schwer fällt, dann kann man sich hier überall Fahrräder leihen, der beste Weg die Inseln ein wenig zu erkunden.



Im Süden von Don Khon ist es dann auch noch möglich eine Boottour zu buchen, wenn man mit einer Sichtung vom Land aus keinen Erfolg hat. Eine Stunde geht es auf den Mekong um die seltenen Irrawady Delphine zu beobachten. Mit etwas Glück hört man dann bei genauem Hinhören auch schon die ersten tiefen Atemzüge. Immer der Zeitpunkt, wenn einer der Delphine gerade Luft schnappt. Wir hatten Glück und entdecken ein paar Delphine weiter weg. Wie es der Zufall will, queren sie in der Nähe unseres Bootes und wir können sie etwas genauer sehen. Zu mehr als zu einem klassischen „Beweis-wir-haben-sie-gesehen“-Foto hat es allerdings nicht gereicht.

Wir hätten auf den Inseln 2 Wochen verbringen können und hoffen, sie erhalten sich genau den Charme, den sie jetzt haben. (Marc)


Info
Von Pakse aus nimmt man am besten ein so genannten Songthaew. Ein übergroßes TukTuk mit voller Beladung an Menschen und was sonst dazu gehört, in Richtung. Ban Nakasang (ca. 2 Euro) . In Ban Nakasang legen kleine Boote ab, die auf die gewünschte Insel Don Det oder Don Khon übersetzen (um die 2 Euro). Die Weiterreise lässt sich dann problemlos von den Inseln aus organisieren. Fast jeder bietet Bustickets an, ob nach Kambodsch, Thailand oder Vietnam – alles kein Problem – alles möglich.