Gibbon Trail

 



Facts


Über den Track:

Der nach der bekannten Affenart benannte Track führt auf schätzungsweise 30 Kilometer durch Regenwald im Norden Laos`. Um den Track zu gehen ist ein Führer empfehlenswert, da der Weg nicht markiert und auf nicht immer eindeutigen und sichtbaren Wegen durch teils dichten Regenwald führt. Uns ist nicht bekannt, dass detailliertes Kartenmaterial verfügbar ist. Als Ausgangspunkt bietet sich Vieng Phoukha an. Der Weg verbindet die beiden Dörfer Ban Nam Eng und Ban Nam Sing. Der Kostenpunkt für den 3 Tagestrack beträgt ca. 60 Euro p.P ab einer drei Mann Gruppe. Etwas teurer für zwei oder eine Person, etwas günstiger für mehr Personen. Beinhaltet ist die komplette Verpflegung, Trinkwasser und Übernachtung in zwei Bambushütten liebevoll aber leicht übertrieben „Jungle Eco Camp“ genannt.

In den feuchteren Bereichen des Tracks kommen Blutegel vor. Eigentlich sind die nicht weiter schlimm. Leider merkt man diese fast nicht, daher sollte man sich immer mal kurz absuchen, wenn man sich nicht leer saugen lassen möchte. Hat sich der Blutegel festgebissen, kann man ihn seitlich weg ziehen und die Bisswunde desinfizieren. Normalerweise sind die Egel aber steril und mit den Wunden passiert nichts Weiteres.


Anreise:

Kommt man vom Grenzübergang von Thailand nach Laos / Huay Xai so kann man von dort einen Minibus oder einen öffentlichen Bus in Richtung Vieng Phoukha nehmen. Die ca. 100 Kilometer Fahrt dauert 2 Stunden.

Wie kommt man zum Weganfang:

Im Ort finden sich zwei kleine Trekkingveranstalter. Bucht man über diese so ist der Transport inklusive. Ban Nam Eng liegt ca. 10 Kilometer von Vieng Phoukha entfernt.

Wie kommt man vom Wegende zurück:

Der Transport zurück ist ebenfalls inklusive. Sollte man auf eigene Faust unterwegs sein, so wartet man am Straßenrand bis ein Bus vorbei kommt. Die Strecke in Richtung Huay Xai wird einigermaßen oft bedient.


Kartenmaterial:

nicht bekannt


Übernachtung:

Die Übernachtung erfolgt in sehr einfachen Bambushütten mitten im Regenwald. Das Dach ist mit Palmblättern belegt. Es wird eine Matratze und ein Moskitonetz zur Verfügung gestellt. Alle schlafen in dem kleinen Raum dicht beieinander. Wer bezüglich der Matratze etwas Bedenken hat (die nicht ganz unberechtigt sind) sollte eventuell einen Sarong einstecken, um diese zu bedecken.


Gebühren:

zwischen 80 und 50 Euro p.P je nach Gruppengröße für drei Trekking alles inklusive


Verpflegung:

Die Verpflegung ist inklusive und besteht aus sehr einfacher, laotischer Kost die auf Bananenblättern serviert wird. Zu einem laotischen Mahl gehört eine Menge „Sticky Rice“ Klebereis, der mit den Händen zu Kugeln geformt wird und mit den anderen Zutaten gemixt und zusammen gegessen wird. Das Essen wurde durch zahlreiche, unterschiedliche Gemüsearten ergänzt. Junger Bambus, Kürbis, Bohnen und Zuckererbsenschoten. Besonders schmackhaft auch Bananenblüten. Die Nudelsuppe mit Ei zum Frühstück, dauert allerdings etwas bis sie heruntergeht.


Wegbeschaffenheit: 

Der Weg ist ein Track durch den Regenwald. Teils sehr steil bergauf und bergab , teils rutschig und schlammig. Trittsicherheit ist erforderlich. Das Wegprofil würde ich als mittelschwer einstufen. Die Etappen am Tag liegen bei ca. 10-12 Kilometern auf 6-7 Stunden verteilt. Ausreichend Pause kann gemacht werden.



Markierung:

Der Weg ist nicht markiert.


Highlights am Weg:

Der Weg besticht durch äußerst abwechslungsreiche Vegetation: strauchartige Sekundärvegetation, Bambushaine, Wildbananen und normaler tropischer Regenwald. Zwischendurch bieten sich immer wieder Ausblicke auf die Bergwelt. Wald bis zum Horizont. Ein kleiner, aber sehr schöner Wasserfall an der ersten Hütte lädt zur Erfrischung ein. Die Namensgeber des Trails scheinen aber eher seltener angetroffen zu werden. Zwar wird damit geworben, der Wald in diesem Bereich ist aber eher säugetierarm und man sollte auf nicht allzu viel Wildlife hoffen. Es wurde scheinbar zu viel in den Bergen gejagt.




Es kann losgehen: Der Weg kann bis zum Anfang der Regenzeit begangen werden (Juni/Juli), Mit ersten, heftigen Regenfällen ist aber schon ab Mai zu rechnen. Die Temperaturen steigen in dieser Zeit bis auf 40 Grad an. Wir sind den Weg Anfang Mai gegangen, was eine Menge Schweiß bedeutet. Das Gepäck sollte möglichst leicht sein. Aufgrund des teils sehr rutschigen Bodens sollte die Schuhe ein gutes Profil haben. Wer etwas gegen Blutegel hat, sollte sich blutegelsichere Socken zulegen.








TAG 1: Ban Nam Eng – Nam Chook Vuk Waterfall 6-7 Std.

Morgens gegen 9.00 Uhr startet die 10km Fahrt von Vieng Pukha nach Ban Nam Eng. Ban Nam Eng ist ein sehr kleines, sehr laotisches, ländliches Dorf, das der ethnischen Gruppe der Khmu angehört. Wir haben Gelegenheit mit unserem Führer einen kurzen Rundgang durch das Dorf zu machen und erhalten einen Einblick in tägliche Treiben ohne uns dabei als Eindringling zu fühlen.
Kurze Zeit später sind wir schon auf dem Track, der erstmal über grasbewachsene Hügel stramm bergan geht. Auf dem Kamm hat man geniale Blicke über die National Protected Area Nam Ha. Allerdings ist der Kamm auch weiter ohne Baumbestand und die Sonne knallt ganz schön. In einer weiteren Schleife geht es dann noch mal etwas bergan bevor der Weg im Wald verschwindet. Kurze Zeit später gibt es erstmal Lunch. Dazu schlägt der Guide ein paar Bananenblätter zu recht, die als Teller dienen. Zu essen gibt es mit gebrachtes Lao Food. Sehr einfach, aber sehr schmackhaft. Verschiedene Gemüsearten wie Kürbis, junge, aber sehr bittere Bambusschösslinge und ein Kohlgemüse. Dazu der in Laos allgegenwärtige „Sticky Reis“, stark klebender Reis, der mit den Fingern zu Bällen geformt wird und mit den verschiedenen Speisen gemixt in den Mund wandert. Als kleine Erfrischung gibt es noch sauscharfe Chilis, die man roh dazu isst. Respekt, was sich die Guides da so an Chilis wegziehen ohne mit der Wimper zu zucken. Wir sind nicht gerade zimperlich was Schärfe angeht, aber die Dinger haben es in sich.
Nach der guten Stärkung geht es weiter auf dem Gibbon Trail Richtung Nam Chook Vuk Wasserfall. Es geht durch Regenwald abseits von Strassen wir queren Bambuswälder und Wildbananenhaine. Es geht ständig bergan und daraufhin wieder bergab. Irgendwie hat Regenwald das scheinbar so an sich. Nach gut 6 Stunden erreichen wir dann das Camp für die Nacht, nach einem langen Abstieg Richtung Fluß. Der Wasserfall ist gut 100 Meter von hier entfernt. Man kann dort gut schwimmen und sich die belohnende Dusche abholen. Das Camp besteht aus einer sehr einfachen Bambushütte, die mit Palmblättern belegt ist. Einen starken Regen möchten wir hier nicht unbedingt mitbekommen, da das Dach an der ein oder anderen Stelle schon den Himmel durchblicken lässt. Die Nacht über bleibt es trocken. Die Guides kümmern sich direkt bei Ankunft schon ums Lagerfeuer und bereiten das Essen. Natürlich wieder mit Sticky Rice.
Wir schauen der hereinbrechenden Dunkelheit zu und lauschen hinein, bis unser Guide die Versammlung langsam auflöst. Zeit zum Schlafen. Scheinbar weiß unser Guide auch nicht so genau was er nach 20.00 Uhr noch so ohne Fernsehapparat machen soll. Naja, der Tag war anstrengend genug, so dass wir auch schnell wegdösen.






TAG 2: Nam Chook Vuk Wasserfall – Nam Sing Camp 7 Stunden

Gemächlich brechen wir gegen 8.00 Uhr morgens auf. Zum Frühstück gab es eine reichhaltige Nudelsuppe. Erst steigt der Track wieder an und wir müssen ein ganzes Stück von der Strecke des Vortages zurück gehen. Da diese dummer weise steil bergab ging geht es heute, wer hätte es ahnen können, erstmal eine ganze Weile steil bergan, bis wir nach über einer Stunde Aufstieg wieder die Weggabelung erreichen.
Danach geht es erst einmal gemächlich bergab. Nur ein paar ganz kurze Anstiege zwischendurch sind zu bewältigen. Man hört eine Menge Vögel, wir sehen allerdings weder die Vögel noch anderes Wildlife. Auch die erwarteten Gibbonrufe am Morgen bleiben aus. Im Übrigen ist so ein Regenwald doch weitaus Tierärmer (was Sichtungen angeht) als man sich so vorstellt. Es gibt einfach zu viele Möglichkeiten sich bedeckt zu halten. Und viele der Tiere sind dann auch noch nachtaktiv.
Am Nachmittag gibt es eine ausgedehnte Pause an einem kleinen Fluss mitten im Wald. Diese Stelle ist wirklich sehr idyllisch und entspricht ein wenig dem Klischee, was man so von Regenwald im Kopf hat.
Nach der Pause geht es noch ein paar Steigungen hoch bis wir das zweite Camp erreichen. Die Hütte hier gleicht der ersten fast zum Verwechseln. Direkt ein paar Meter von der Hütte entfernt ist ein sehr kleiner Bachlauf der allerdings nicht genügend Wasser führt. Es reicht gerade so das benötige Wasser zum Kochen und Trinken abzuzweigen. Die Guide geben sich dann auch umgehend wieder an den kulinarischen Teil, der heute allerdings etwas spärrlicher ausfällt. Eine Ratte hat den Dämpfkorb fpür Sticky Rice gefressen und bei aller sonstiger Kreativität die die Guides sonst aufbringen, scheint ihr Erfindergeist nun gebrochen. Ein Abendessen ohne Sticky Rice, eigentlich nicht denkbar. Da muss man sich scheinbar eh keine große Mühe geben.
Die Schlafplätze werden übrigens durch ein paar dünne Matratzen gebildet, die in der Hütte gelagert werden. Ein paar Decken, ein Kissen, Moskitonetz drüber, fertig, Gute Nacht, zweiter Tag zu Ende.








TAG 3: Nam Sing Camp – Nam Sing Dorf 4 ½ Stunden
Heute ist schon der letzte Tag. Vom Camp geht es noch zwei nennenswerte Anstiege hoch. Es bietet sich vom Hügel noch einmal ein abschließender 360 Grad Blick mit grün bis zum Horizont. Danach erreicht man einen breiten Pfad der mit leichter Steigung ins Zieldorf abfällt.
Nach einer letzten Kurve blicken wir dann auch auf die Dächer vom Dorf. Hier gibt es dann auch noch einmal richtig Lunch. Ist das letzte Abendessen etwas geiziger abgelaufen, vermutlich wegen der besagten Reispanne, so werden nun noch alle mitgetragenen Reste verwertet. Was die noch an Gemüse im Rucksack hatten. Aber ohne Sticky Rice ist das eben alles nichts. Aber den haben wir ja jetzt zum Glück wieder.








Fazit

Ein schöner mittelmäßig anstrengender Weg mit guten Geh- Pausenverhältnis. Aufgrund der Hitze sollte man schon in guter körperlicher Verfassung sein, aber der Weg verlangt einem nicht alles ab. Während des Weges zeigen und erklären die Guides noch ein paar Nutzpflanzen aus dem Regenwald. Alles in allem kommt richtig Regenwaldstimmung auf. Besonders, weil man auf keine anderen Gruppen trifft. Die Gegend ist touristisch noch sehr wenig erschlossen. Auch die Übernachtung in den einfachen Hütten macht Spaß. Man kann sich durch die ganzen Geräusche abends förmlich in den Schlaf lauschen.