Sepilok Orangutan Rehabilitations Center
Bei der Fahrt nach Sepilok erhalten wir ein erschreckendes Bild. Palmölplantagen soweit das Auge reicht. Nicht nur, dass der Regenwald brandgerodet und für immer zerstört wird, diese Monokulturen den Regenwaldboden auslaugen, Flüsse und Grundwasser mit Giftstoffen verseuchen, nein, das letzte Rückzugsgebiet der Menschenaffen wird dabei auch immer weiter zerstört. Die Anlage von Plantagen führt zu Menschenrechtsverletzungen, sozialer Ungleichheit, Abholzung und Umweltzerstörung in großem Masse. Ironischer Weise erhalten die Produkte aus Palmöl auch noch meist die Vorsilbe Bio, wie Bio Palmöl, Biokraftstoff, Biokerzen aus Palmöl. Schönes „Bio“ ist das. Dem Verbraucher wird „Bio“ suggeriert. Er denkt an „erneuerbare Energien“, an biologische Kraftstoffe und Bio heißt: gut. Nur wird bei dem Ganzen vergessen, auf wessen Kosten das alles läuft. Aber das ist ein anderes Thema und viele Internetseiten können darüber weitaus qualifizierter berichten als wir. Ein kurzer Ausflug auf eine Suchmaschine zum Thema „Palmölplantagen“ eröffnet da ganz neue Erkenntnisse. Einfach unglaublich, was dort getrieben wird.




Das eigentliche Orang Utan Center beschäftigt sich mit einem der Leidtragenden dieser Prozesse, nämlich dem „roten“ Menschenaffen. Es werden Waisenaffen, verletze oder verschleppte Orang Utans in einem aufwendigen Prozess an die Wildnis herangeführt und bei Erfolg irgendwann wieder, meist in das angrenzende 4.294 Hektar große Regenwaldreservat ausgesetzt. Einige der halbwilden Affen kehren dann später immer noch einmal zu den Fütterungsstellen zurück, wenn sie Bedarf an einer zusätzlichen Mahlzeit haben. Dies passiert jedoch auf einer rein freiwilligen Basis. Einige ausgesetzte Affen werden im Center nie wieder gesichtet und leben wieder eigenständig. Und dann steht man da, zwischen Mengen an Besuchern und schaut sich die ganz natürliche Kletter- und Turndarbietung unserer Verwandten an und manchmal könnte man fast vergessen, wer hier eigentlich wen beobachtet. Beim Anblick der lebensfrohen und aktiven Bündel kann man meist nur den Kopf schütteln, wenn man an die Einzelschicksale denkt, die hinter diesen Kreaturen stehen. Oft werden die kleinen Affen als lebendes Spielzeug von Plantagenbesitzern oder Arbeitern gehalten, nachdem man die Mütter erschossen hat.

Es bleibt zu hoffen, dass der Abholzung aus welchen Gründen auch immer weiter oder besser gesagt verstärkt international entgegengewirkt wird, sonst sieht sich unser Planet in kurzer Zeit um eine weitere Rasse erleichtert. (Marc)




Und hier noch ein kleiner Film von uns:


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