Ankucken, aber nicht anfassen
Da waren wir wieder nach knapp 18 Monaten mitten am Flughafen des kostenlosen Massagestühle und des freien Internet. Doch während am 02. Mai 2008 auf dem Weg zu unserer ersten Destination Darwin noch alles unbekannt war, haben wir mittlerweile die Ruhe und suchen uns für unsere angebrochene Nacht eine entspannte Ecke im Flughafengebäude, um erst mal ein paar Stündchen zu schlafen.

Es ist unglaublich das Singapur gerade mal eine knappe Flugstunde von Medan entfernt liegt. Heiß, schmutzig, chaotisch im Kontrast zu permanenter Aircondition, gefegten Gehwegen und der totalen Organisation. Hier ist nichts einfach nur zufällig, alles ist durch designed und hat seinen Grund. Eigentlich ist Singapur ein Spielplatz für Businessmenschen. Es gibt gepflegte Bürokomplexe, Parkanlagen, ein perfektes Transportsystem… Die Wohnanlagen sind für den deutschen Beobachter etwas gewöhnungsbedürftig, da sie in erster Linie an Berliner Plattenbau erinnern, nur halt ohne Müll, Schmierereien und dem dazugehörigem Uringestank. Die Wochenenden werden im Nationalpark, in einem der berühmtesten Zoos der Welt oder einfach auf der kleinen vorgelagerten Insel Sentosa verbracht, die perfekt an alle Freizeitbedürfnisse angepasst wurde. Hier gibt es alles von Strand bis Gruselshow und auf der noch nicht fertigen Hälfte der Insel entsteht ein riesiger Vergnügungspark.



Der ist im Bau wie so vieles hier. Dafür, dass die Stadt so „klein“ ist, kennt sie irgendwie keine Grenzen, denn es gibt kaum einen Ort an dem kein Baukran steht. Was auch keine Grenzen kennt, ist die Anzahl der hiesigen Einkaufs-Center, denn eins steht bei Singapurianern richtig weit oben: Shoppen. Und wir reden hier nicht von dem normalen asiatischen Fälscherramsch, sondern nur von Giorgio und seinen Freunden. Selbst Chinatown hat irgendwie Hochglanzniveau, allerdings mit den merkwürdigsten Händlern im Süd-Osten Asiens. Irgendwie haben wir es tatsächlich geschafft, dass man uns keine Kamera dort verkauft hat. Wir waren willig und hatten das Geld in der Hand, doch die Antwort hieß: „Nein, ich verkauf euch die Kamera nicht“ – Naja es gab ja noch die Shopping-Center…



Singapur wird von allen gerne „Fine“-City genannt, sie ist fein, ohne Frage. Aber vor allem steht auf alles eine Fine (Strafe). Pinkelst du gegen eine Häuserwand oder du isst in der Metro: 500$; Müll auf die Straße werfen oder in der U-Bahn rauchen: 1000 $; Pfefferspray oder ähnliches in den Taschen: 5000 $; Graffiti sprühen hingegen gibt lediglich ein paar Hiebe mit dem Rohrstock und Kiffern würden wir generell nur raten One-Way zu buchen. Wir wissen übrigens bis heute nicht wie die Einheimischen ihre geliebte (fürchterlich stinkende) Dorian nach Hause bekommen. In Bussen: Verboten; In der Metro: Verboten; In Taxen: Verboten – Touris müssen sich darüber keine Gedanken machen, denn ratet mal, was sie im Hotel ist? Richtig: Verboten!



Doch bei allem was die Singapur hat, fehlt dieser Stadt eins: Leben. Alle hier sind Einwanderer, niemand ist wirklich zu Hause. Irgendwie ist es wie als Gast in einem teuren Haus, man traut sich nicht die Schonbezüge vom Sofa zu nehmen, geschweige denn die Füße hochzulegen. Vielleicht steht allerdings auch einfach nur eine Strafe drauf :-) (Sina)

 



Unsere Guides: Wir hatten den Luxus von privaten Stadtführern. In der Mitte unser Gastgeber Sudheendra, eine Woche lang belagerten wir seine Wohnung. Nebenbei gehören alle drei zur singapurianischen Durchschnittsbevölkerung: Alles indische IT-Spezialisten. Wir hatten ne lustige Zeit



Heiliger Boden: Hier fuhr nur wenige Tage zuvor noch Kimi, Super-„Vet“ und Co., ich konnte noch den Gummiabrieb unter meinen Füßen spüren;-)


Arab Street: Jede Kultur ihr eigenes Viertel, manchmal allerdings auch nur eine Straße


Little India: Ja es gibt hier auch indisch aussehende Gebäude, aber wir haben uns hauptsächlich auf das Wesentliche beschränkt


Chinatown: Eigentlich ist ¾ von Singapur Chinatown, es gibt Chinatown in Little India, es gibt Chinatown in der Arab Street … Aber eines gibt es nur in Chinatown: Kartoffelpürree und Sauerkraut


Mein Block: Durchschnittswohnhaus in Singapur, hier steckt mehr drin, als man von außen vermutet - vor allem viele indische IT-Spezielisten und Weltreisende;-) 


         

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