So schön ist Panama
Kurz hinter der Grenze ist die Welt schon wieder anders. Zwei Stunden dauert die Busfahrt von Puerto Viejo zur Grenze Panamas und direkt springt der Funke des letzten Landes unserer Reise auf uns über. Auch wenn ein paar Schlepper seit langem mal wieder versuchen, uns eine überteuerte Fahrt anzudrehen. "Es fährt kein öffentlicher Bus";"die Fahrt dauert doppelt so lange wie mit unserem Van","die Fahrt ist nur 1 Dollar teurer, als der öffentliche Bus". Wir dachten es fährt kein öffentlicher Bus - über diese kläglichen Versuche können wir mittlerweile nur noch müde lächeln, steigen in den heranrauschenden, öffentlichen Bus und befinden uns nach einmal umsteigen ungefähr zeitgleich und zwei Drittel günstiger als mit dem Minivan in Almirante, dem Ort, wo unser Wassertaxi zu den Bocas del Torro hinübersetzt.



Mit dem Speedboot geht es in einer rasanten 30 minütigen Fahrt mitten ins Karibik-Paradies. Ein billiges Hotel für umgerechnet 15 Dollar das Doppelzimmer ist nach etwas hin und her auch gefunden und wir genießen noch einmal die Sonne. Nach der Enttäuschung bei den Tauchgängen in Puerto Viejo, versuchen wir es hier erneut und werden nicht enttäuscht. Zwar befinden sich keine Weltklassetauchplätze auf den Bocas del Torro, aber wir unternehmen zwei entspannte Tauchgägne mit einem motivierten Divemaster und entdecken die karibische Unterwasserwelt. Von einem nochmaligen Tauchgang hät uns nur unser mittlerweile sehr geschröpftes Budget ab. Der Besuch einer kleinen Nachbarinsel und eine kurze Wanderung zu einem einsamen Strand runden unseren Ausflug auf den Bocas del Torro reisekatalogklischeemäßig ab.



Vor unserer ultimativen Station in Panama, der Hauptstadt Panama City, liegt noch eine Zwischenstation in den Bergen: Boquete. Boquete wurde ursprünglich mal als Naherholungsgebiet für die Bauer des Panamakanals erschaffen und so liegt es da bis heute inmitten vieler tropische Pflanzen und Kaffeeplantagen. Neben Rafting und allerlei Abenteurtrips gibt es eine Menge individuell zu erleben. Leider haben wir nicht ganz so viel Glück. Der berühmte Wanderweg Los Quetzales ist gesperrt, "Mi jarden es su jarden" übersetzt soviel, wie "mein Garten ist auch dein Garten", ist gerade nicht unser Garten, sondern nur der der Besitzer und hält seine Pforten geschlossen.



Der Secret Garden, mit Faultieren und andere Fauna, die wieder aufgepeppelt werden, ist so geheim, dass auch er ohne Weiteres nicht erreicht werden kann. Ein Tor ist zu sehen, aber leider kein öffentlicher Eingang, sondern nur ein Schild auf dem zu lesen ist. "Privatgrundstück, unbefugtes Betreten verboten". Also laufen wir ein wenig durch Boquete und Umgebung ohne großes Ziel und genießen die letzten Tage, bevor es dann wirklich zur Final Destination unserer Reise geht: Panama City.



Die Stadt kennt nun fast jeder durch ihren berühmten Kanal, der einen Kontinent teilt. Die Metropole selbst wirkt wenig mittel- oder südamerikanisch sondern türmt sich mit ihren 70er Jahre Hochhäusern ungewohnt kosmopolitisch auf, wie eine etwas heruntergekommene US amerikanische Stadt. Auch die Preise ziehen gleich an und wir steigen in einem vergleichsweise teuren, aber schäbigen Zimmer mitten in der Altstadt CascoViejo ab. Am Abend erkunden wir die Gassen und suchen fast verzweifelt einen Platz zum Essen. Danach werden die Gassen dunkler und immer verlassener, es treibt uns zügig zurück ins Hostel. Am Morgen werden wir wiede in altbekannter Weise begrüßt. Es regnet in Strömen.



Trotzdem, heute wollen wir das Highlight Panama Cities besuchen und studieren die Aushänge, wie man dort mit dem öffentlichen Bus hinkommt. Wir notieren uns zwar den Bus, denken vor Ort aber nicht daran, dass dieser in zwei unterschiedliche Richtungen fahren könnte. Wie es bei so etwas ist, entscheidet man sich meist genau für die falsche Richtung. Wir kommen in den Genuss einer mehrstündigen Stadtrundfahrt und erreichen 3 Stunden später als geplant den Panama Kanal. Dafür tuckern aber gleich die größten Kontainerschiffe des Tages vorbei und jeder einzelne Schritt wird durch zweisprachige, ausnahmsweise mal verständliche Lautsprecherdurchsagen dokumentiert. Das Visitor Center ist hochmodern und informiert über alles rund um den Kanal.



Am letzten Tag laufen wir noch etwas ziellos durch die Stadt, erhaschen noch ein paar Ausblicke auf die Skyline. Nebenbei regnet es mal wieder, sodass wir uns am Nachmittag entscheiden in das riesige, moderne Einkaufszentrum zu flüchten. Direkt am nicht weniger riesigen Busbahnhof. Die Zeit vergeht zäh und wir blicken der Taxifahrt am Morgen zum Flughafen mit gemischten Gefühlen entgegen. So eine richtige Entdeckerstimmung will auf jeden Fall hier in Panama City nicht mehr aufkommen. (Marc)




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